NÖ: BURGRUINE DOBRA IM WALDVIERTEL
Ausflugsziel am Dobra-Stausee
Mitte Februar fahre ich mit Tuulka zu den Kamptal-Stauseen. Vom Internet wusste ich, dass man die Burgruine Dobra am Dobra-Stausee auch in den Wintermonaten frei besichtigen kann. Am besten ist es, man holt sich vor dem Besuch der Ruine den Schlüssel zum Bergfried vom Cafe Puls in Franzen, wobei man einen Ausweis zeigen und ein geringes Entgelt zahlen muss. Die Dame, die mir den Schlüssel aushändigt, erzählt mir, dass zuletzt der Schlüssel erst einen Tag später zurückgegeben wurde und dass deshalb diese Sicherheitsmaßnahme erforderlich ist. Das Auto parkt man am besten am Bergriegel oberhalb der Ruine - etwa 400 Meter vor dem Campingplatz in Dobra.
Kurz vor dem Nordtor zur Ruine hat man bereits einen schönen Blick zum Stausee Dobra.

Dann betreten wir die seit dem Jahr 1186 urkundlich genannte Ruine über eine Brücke. Hier gab es einst eine Zugbrücke.

Im nordöstlichen Trakt wurde ein mietbarer Veranstaltungsraum mit anschließender Terrasse für diverse Feierlichkeiten eingerichtet. Im Nordwesten liegt ein Bergfried mit unzugänglichem Hocheinstieg.

Sehr interessant erscheinen aber die Kellergewölbe. Hier empfiehlt sich die Mitnahme einer Taschenlampe, denn die dunklen Gewölbe gestatten eine Durchschreitung vom westlichen zum östlichen Ruinenabschnitt.

Den Höhepunkt bietet aber die Besteigung des 23 Meter hohen südlichen Bergfriedes. Die Eisenriegel davor haben sich etwas verklemmt und ich muss mit roher Kraft nachhelfen. Innen führt zuletzt eine enge Wendeltreppe aus Stahl auf die innere Plattform des Turmes.
Von dort gelangt man durch einen Durchgang auf die geländergesicherte Außenseite, die man an drei Seiten begehen kann.

An der oberen, westlichen Seite des Turmes ist ein Seil für den Flying Fox befestigt. Dort kann man zu den Betriebszeiten des Big Fly Österreichs längste Seilrutsche 370 Meter bis hinüber an das andere Seeufer nutzen...
Am Weg zum südlichen Tor gelangt man in weiterer Folge zum Badeplatz an der Landzunge. Im Rückblick zeigt sich der südliche Bergfried nochmal.

Nach Rückgabe des Schlüssels wollen wir noch dem Ottenstein-Stausee einen Besuch abstatten. Doch leider erzwingt eine Straßensperre einen großen Umweg. Dafür sehen wir aber die Ruine Dobra dann von der anderen Seite des Stausees. Am Ottenstein Stausee machen wir dann endlich eine ausgedehnte Rast. Das Eis ist nicht mehr tragfähig. Sonst hätten wir die Felsinsel auch noch erklimmen können.

Zurück fahren wir über die B38 in Richtung Krems. Von der Brücke erleben wir einen letzten Blick zum Ottenstein Stausee und zur Ruine Lichtenfels.

Am Abend erfahren wir, warum die Straße am Ottenstein Schloss gesperrt war. Ein Felssturz musste geräumt und das lose Felsgestein oberhalb der Straßenböschung händisch abgetragen werden...
Großer Winterleitensee, Kreiskogel und Ochsenlacke
Zwischen Truppenübungsplatz und Roten Almen
in den Seetaler Alpen
Sofern keine Schießübungen am TÜPL Seetaler Alpen stattfinden, ist diese Tour ein wahrer Genuss. Man schwelgt zwischen Panoramahighlights und einer unberührten Naturlandschaft, die fernab von der Wintersporterschließung mit nur geringen Anstrengungen zu erleben ist. Nach der Auffahrt von Judenburg über die Schmelz zum Parkplatz Winterleitenhütte startet man die Tour schon in rund 1755m Seehöhe. Gäste des Naturfreundehauses dürfen sogar noch höher rauffahren. Nach wenigen Minuten erreicht man also die Winterleitenhütte (1782m).
Nur von einer Wiese getrennt liegt der Kleine Winterleitensee. Dahinter erhebt sich mein heutiges Ziel, der Kreiskogel. Der Aufstieg führt über die rechte Berglehne.
Über den Seeabfluss erreicht man den Aufstiegsweg, der uns in Richtung Zirbitzkogel weist. Vorbei an urigen Zirben gelangt man bald in offenes Gelände. Bei einer Holzhütte wende ich mich auf einem unbezeichneten Pfad nach links, um dem Großen Winterleitensee (1840m) einen kurzen Besuch abzustatten. Ein Pfad führt am Nordufer entlang.
Zurück bei der Holzhütte zweigt rechts nach wenigen Schritten der markierte Weg zum Kreiskogel ab. Nach kurzer Zeit stehe ich oben am Bergsattel. Ehe ich aber den Aufstieg antrete, wende ich mich nach rechts zum Speikkogel (1927m), wo man einen schönen Blick über die Winterleitenseen hat. Die Landschaft ist einfach traumhaft!!!
Am Gipfel ist eine Warnsäule postiert. Wenn die Warnlichter leuchten, dann finden Schießübungen am nahen Truppenübungsplatz statt, dann sollte man sich besser in Sicherheit bringen. Auch sollte man hier keine Fotos oder Zeichnungen vom Bundesheergelände machen. Ich mache nur Fotos von der Landschaft abseits des TÜPL.
Dann beginne ich den eigentlichen Aufstieg über das nur mäßig geneigte Hochfeld, das bis zum Gipfel am Rande der Bundesheer-Sperrzone liegt. Mit jedem Schritt erscheint fast ein neuer Gipfel im Rückblick. Die Winterleitenseen ziehen auch immer wieder die Blicke an. Darüber zeigt sich die Glein- und Packalpe.
Der Steig zum Gipfel ist zwar recht steinig, aber wie gesagt nur mäßig steil und bald erreicht man den verblockten Gipfelkamm. Die Felsblöcke könnte man aber auch südseitig umgehen. Vor mir erstrecken sich die Niederen Tauern mit dem Preber und Hochgolling, um nur einige zu nennen...
Ein prachtvolles Panorama entschädigt für die Mühen des Anstiegs. Ich stehe am Gipfel des Kreiskogels (2306m). Im Südosten zeigen sich die Karawanken und Julischen Alpen.
Triglav, Skrlatica, Jalovec, Mangart, Monte Canin und die Montaschgruppe...
Unterhalb vom Scharfen Eck und der Ochsenbodenhöhe liegt mein nächstes Ziel, die Ochsenlacke.
Im Westen ist die Hochalmspitze mit ihren ausgedehnten Gletschern die auffälligste Erhebung der Hohen Tauern. Rechts zeichnen sich mit Hochfeind, Faulkogel und Gurpitscheck die Lungauer Radstätter Tauern ab.
Noch ein letzter Rückblick zum Gipfel und gegen die Seckauer Tauern. Meine Jause esse ich erst weiter unten. Heroben ist der Wind zu kalt.
Am Anfang des Abstieges benutze ich denselben Weg wie der Lukas Max Klettersteig. Ein schmaler, markierter Pfad leitet unterhalb des Kammes auf der Südseite nach Osten.
Ohne weitere Schwierigkeiten führt der Steig zu einer felsigen Geländeschulter. Knapp davor schwenkt der Weg hinab in den Ochsenboden.
Die Ochsenlacke (2030m) kommt immer näher.
Und ich frage mich, wann ist ein See eine Lacke? Die Ochsenlacke erscheint mir eher als flacher Bergsee. Der Pfad verläuft gute 30 Meter oberhalb des Bergsees vorbei, ohne sein Ufer zu berühren.
Ich steige aber trotzdem zum Ufer abwärts, weil ich dort meine Rast nachholen möchte. Stellenweise finde ich nordostseitige Pfade, zuletzt geht es über moorige, vernässte Flächen.
Balanzierend über die Felsblöcke erreiche ich zwischen Heidelbeer- und Almrauschgewächsen die Nordwestecke des Sees. Hier wäre sogar ein guter, flacher Einstieg ins Wasser zu finden...
Kaum zu glauben, während hier keine Menschenseele unter der Ochsenbodenhöhe anzutreffen ist, belagern den nahen Großen Winterleitensee Horden von Leuten...
Vom See halte ich mich nordostwärts, um wieder zum markierten Steig zu gelangen. Der Steig führt unproblematisch zwischen einigen Felsausläufern des Kreiskogels hindurch.
Unten wird der Hügel von einem mäandrierenden Bach inmitten seiner moorigen Flächen umflossen.
Gerade jetzt im Herbst drängt sich der Vergleich einer "Roten Alm" auf, denn der Namensursprung des Zirbitzkogels bedeutet im slowenischen "zirbiza" rote Alm.
Am Bach angelangt sehe ich eine Steinschlichtung quer zum Bachlauf. Von oben dachte ich, es sei eine Brücke...
Der Pfad wendet sich nach der Überschreitung des Baches nach Norden, doch ich besuche noch drei kleine Lacken, die ich von oberhalb gesehen habe. Auch hier gibt es noch ein paar Heidelbeeren.
Ich schaue hinüber zum Kreiskogel. Über die rechte Flanke bin ich aufgestiegen, über die linke abgestiegen und über den niedrigen Hügel in Bildmitte habe ich unterhalb den Bach überschritten.
Im weiteren Abstieg schaue ich hinunter zum Großen Winterleitensee und hinüber zum Hochreichart und Seckauer Zinken...
Unterhalb der Felsformationen des Kreiskogels vorbei, wo der Lukas Max Klettersteig verläuft...
Schließlich erreiche ich die Holzhütte, von der ich im Aufstieg abgebogen bin. Den Rest des Weges kenne ich bereits...
Die beschriebene Tour ist ein kleiner Vorgeschmack auf mein künftiges Buchprojekt "Genusswandern in der Steiermark"...