SARDINIEN Juli 2026
Schwimmen und Schnorcheln in verschiedenen Buchten der Nordostseite
Zwischen Golf von Orosei, La Maddalena und Capo Testa
Bei einer Reise gibt es meistens Dinge, die man vergessen hat einzupacken. Nun mir passiert das nicht... eingepackt habe ich meine Kleidung in einen kleinen Koffer... aber dann ließ ich gleich den ganzen Koffer zu Hause stehen. Umso größer war dann die Überraschung am Flughafen Olbia - oooh, wo ist nur mein Gewand???
Also musste ich das Notwendigste nochmals in Italien kaufen. Nach der Abholung des Mietautos ging es dann sofort zum Shopping in diverse Textilienshops. Für meinen Luxuskörper brauchte ich 2XL. Das ist zugleich die maximale Größe, die hier auf Sardinien angeboten wird. Allerdings musste ich im Quartier feststellen, dass italienische 2XL nicht den internationalen 2XL entsprechen, das war bestenfalls L-XL. Wie machen das die Herren Italiener? Vino, Pizza und Pasta ... und dabei noch schlank bleiben???
Na ja, von den neu gekauften Kleidungsstücken habe ich gleich die Hälfte meiner Freundin "vererbt", mit den anderen zwei T-Shirts und Unterhosen musste ich die 9 Tage mein Auslangen finden. Und das ging ganz gut... solange bis ich mich bücken musste, da rutschte mir dann auch immer die kleine Badehose runter und legte meinen Arsch frei ... Upsss!!!
Am ersten Tag fuhren wir mit der Fähre auf die Insel Tavolara, die wir schon vom Flugzeug aus bewundert hatten. Ein schöner Sand-Kiesstrand empfing uns, also rein ins Wasser!!!
Die Punta Cannone grinst zu uns herab, einfach herrlich, tolle Landschaft, doch... wo sind hier die Fische? Ich dachte, hier gibt es ein Meeresschutzgebiet? Tja, verwöhnt von Malediven, Mexiko und Rotem Meer waren unsere Ansprüche vermutlich doch etwas zu hoch geschraubt...
Am zweiten Tag hatte ich nicht weit von unserem Quartier nahe der Cala Liberotto einen Strand am Plan ausfindig gemacht, der ideal zum Schnorcheln war. Klein, felsige Ränder mit Sandeinstieg: Die Spaggia Marzellinu versprach einiges... und hielt es auch...
Relativ klare Sicht und abwechslungsreicher Meeresboden konnte aber auch hier nicht hinwegtäuschen, dass es keine große Artenvielfalt gab...
Unser Hausstrand, die Cala Ginepro, entpuppte sich als sehr breiter Sandstrand. Schnorcheln war dort nur weit draußen oder nahe an der linken Buchtseite sinnvoll. Man durfte sich aber für eine halbe Stunde kostenlos ein Tretboot oder ein Kajak ausborgen. Die linke Seite des Strandes ist wild, ohne Schirme, aber dafür auch ohne laute Musikberieselung...
Am nächsten Tag hatten wir über Get your guide einen Schlauchbootausflug von der Cala Gonone entlang der Steilküste des Golfs von Orosei gebucht. Ohne Frühstück mussten wir die 1 stündige Autofahrt in Angriff nehmen, denn um 7:45 sollten wir uns schon an einem Shop kurz vor dem Hafen treffen. Sooo zeitig waren wir um 6:15 aufgestanden, nur um am Hafen eine 3/4 Stunde zu warten, bis unsere 12 köpfige Gruppe aufgerufen wurde. Der Skipper schien die Verspätung dann mit noch mehr Hektik aufholen zu wollen. Während die anderen Boote, die vor uns gestartet waren, bereits fleißig bis in die kleinsten Meereshöhlen vordrangen, überholte der Skipper etliche andere Boote. Tja, wenn man auf Sardinien kein Italienisch verstand, dann hatte man Pech. Auf Englisch gab es keinerlei Erklärungen. Die Schlauchboote zu zwölf Personen sind ziemlich unkomfortabel. Alles Gepäck ist sicher verstaut, sodass man kaum mehr Zugriff darauf hatte. Snack oder Wasser im Rucksack? Pech gehabt! Dann fuhr der Skipper zielgerecht zur Höhle Bue Marino in eine Höhlennische hinein und vorbei an zahlreichen anderen kleinen Höhlen der Steilküste...
Vorbei an der Cala Luna mit ihren dramatischen Steilwänden und Höhlen führte uns der Weg zu den Piscine di Venere (Venusbecken). Ein kurzer Schnorchelstopp beglückte uns mit einer Vielzahl
an Fischschwärmen im herrlich azurblauen Meer - wohlgemerkt aber nur
eine einzige Art...
Es wurde nur kurz erklärt, was man alles nicht darf, und wohin man nicht gehen darf, aber leider hatten wir unseren Rucksack im Verschlag gelassen und die Uhrzeit der Abholung nicht genau verstanden. Dadurch konnten wir die Zeit dort nicht optimal nutzen. Nach einer halben Stunde im Meer spähten wir bereits, ob uns der Skipper nicht schon abholen wollte... aber dort geht es zu wie am Wiener Flughafen. Boote kamen und gingen im Minutentakt... und irgendwie schauen die alle gleich aus...
Der Sand-Kiesstrand ist dort ziemlich grobkörnig, teilweise recht scharf an der Fußsohle. Ohne Badeschuhe ein gequältes Unterfangen! Oh hätten wir nur ein eigenes Schlauchboot gebucht - oder ein größeres Boot, dann wäre vieles besser gewesen...
In meiner plötzlich auftretenen Demenz hatte ich vergessen, wie der Skipper und das Boot ausgesehen hatte...
Leichte Panik kam in mir auf. Ich sah mich schon alleingelassen an diesem Strand. Würde der Skipper bemerken, dass ich fehle???
Nach langweiliger Warterei gelang es mir dann doch ins richtige Boot zu steigen. Oh Wunder!!!
Weiter ging es zur Cala Goloritze. Hier an diesem traumhaften Strand ist natürlich auch alles verboten. Boote dürfen nicht anlegen und so fuhren wir langsam vorbei bis zum Steinbogen der Punta Goloritze.
Dort gab es einen kurzen Schnorchelstopp mit den üblichen wenigen Fischen. Zum Steinbogen durfte man natürlich nicht schwimmen...😒
Beim Retourweg hielten wir noch an der Cala Biriola. Mittlerweile waren die Wellen stärker geworden und diese erschwerten durch den Sog das Zurückkehren an den Strand erheblich. Noch dazu fielen kleine Steinchen in unsere Ganzgesichts-Schnorchelmasken, sodass die Ventile verlegt wurden und das Atmen durch die Maske fast unmöglich machten...
Auch an der Cala Luna legten wir an. Dort befindet sich etwas hinter dem Strand die Su Neulagi Bar, wo man sich Snacks und Getränke kaufen kann. Pech aber, wer seine Badeschlapfen vergessen hat, wenn man über die glühend heißen Böden gehen muss...
Und so hinterließ der Ausflug einen gemischten Eindruck, der nicht so ganz optimal war. Die Landschaft großartig, aber viel Getümmel, viele Boote, und mangelhafte Organisation und Information...
Viel besser war da der folgende Bootsausflug mit Schlauchboot zum Schnorcheln an verschiedenen Inseln des La Maddalena Archipels. Wir fuhren 2 Stunden in die Nähe von Palau/ Portu Mannu nah am Roccia dell Orso zu einem Campingplatz, wo wir uns an einem Tauchstützpunkt trafen. Der Ausflug sollte 4 Stunden dauern und begann um 9:00 Uhr. Die Sitze waren bei diesem Schlauchboot um vieles bequemer, da man in der Mitte saß und den Blick nach außen hatte. Auch den Rucksack hatten wir in Reichweite. Wir fuhren zur Insel Budelli und machten an der Spaggia di Cavalieri den ersten Schnorchelstopp.
Die Insel Budelli steht wie die anderen Inseln des La Maddalena Archipels unter strengem Naturschutz (Nationalpark).
Dann fuhren wir weiter zur Insel Spargi und machten einen weiteren Stopp an der Cala Ferrigno, wo es kleine Felsinseln zum Schnorcheln gab. Doch die landschaftlich schönste Bucht war die Cala Soraia mit einer Farbe wie in der Karibik. Nicht im Bild sind die vielen Boote hinter dem Fotografen!
Da dieser Ausflug nicht ganztägig war, konnten wir im Anschluß noch zum berühmten Roccia dell Orso, dem Bärenfelsen, fahren. Ein kurzweiliger Aufstieg entzückt mit immer besseren Panoramen, je höher man hinaufsteigt.
Blick auf Palau
Blick auf La Maddalena
Zoom auf Palau mit seiner Festung.
südliche Caprera Insel und Monte Fico
Forte Capo d'Orso
Der nächste Ausflug führte uns an der SS125 nach Dorgali und weiter in die Berge an die 1000m Seehöhe hinauf. Nach Dorgali fasziniert der Blick in die Schlucht Gola Gorropu.
Leuchtend gelbe Ginsterbäume begleiten die Straße.
Am Passo di Genna erreicht die SS125 eine Seehöhe von 1002m.
Von einem Parkplatz führt ein kurzer Zustieg zum Monte Lopene, einem herrlichen Aussichtsplatz.
Dann kommt Baunei ins Blickfeld.
und auch Arbatax mit seinen Porphyrfelsen.
Nach Baunei zweigen wir ins Tal Bacu e Muru ab und fahren die Serpentinen hinunter zur Pedra Longa.
Die Punta Giradili leuchtet im Abendlicht.
Auch bei der Rückfahrt ergeben sich interessante Ausblicke, so wie hier zur Serra Oseli.
Oder hier zu einer Schlucht (Su Surru oder Gorroppeddu?)
Unser letzter Ausflug führt uns zum Capo Testa, der jedoch schon sehr weit entfernt liegt vom Hotel an der Cala Ginepro. Die Cala Spinosa unterhalb des Parkplatzes ist nicht ganz einfach zu erreichen. Eine höhere (und mehrere kleine) Felsstufe(n) ist/sind mit einiger Gymnastik zu überwinden. Aber trotz vieler Besucher lohnt sich diese Schnorchelbucht ungemein!!! Wir hatten Glück, um 11 Uhr noch einen Parkplatz zu finden (gebührenpflichtig)!
Von dort sieht man nach Korsika. Im Zoom kann man Bonifacio ausmachen...